Pankratius - Böllerschützen Anröchte e.V.

 

Zeitungsbericht Westfalenpost 30.10.2002 vom Böllertreffen in

Grevenstein

 
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Marvins Traum vom perfekten Donnerhall

Treffen der "Böllerköppe" in Grevenstein: Die Kanoniere laden geschwind wieder ihre Büchsen. Fotos (2): Dennis Jerchow

Grevenstein. Marvin Tillmann wird langsam nervös. Schon zum dritten Mal hat sein kleiner Handböller versagt. Ladehemmungen. Ausgerechnet jetzt. Dabei warten hunderte "Böllerköppe" aus ganz NRW auf den Sechsjährigen. Mit seinem Schuss soll er das zweite Grevensteiner Böllerschützentreffen eröffnen.

 

Jetzt oder nie. Marvin kneift die Augen zu. Zieht den Kopf ein und drückt ab. Und endlich zerreißt ein lauter Knall die Stille im Grevensteiner Tal bei Meschede. "Das war ja wirklich ganz schön heftig", meint der Kleine und grinst. Das Festival der Schüsse ist eröffnet.

Auf diesen Moment haben die 13 angereisten Vereine gewartet. Der Reihe nach lösen sie ihre Höllenmaschinen aus. Im Minutentakt rollen Donnerschläge über die Hänge. "Bei uns im Zelt können sie sich Ohrenschützer abholen", empfiehlt der Moderator des Spektakels Peter Mester. Sein Verein, die "Aisten Griavenstainer Boellerkoeppen" richten das Treffen aus. Und feiern gleichzeitig ihr zehnjähriges Bestehen. Wieder lässt ein Knall die Besucher zusammenzucken. "Ohne Schutz hält man das nicht lange aus."

Kinder halten sich die Ohren zu, zucken erschrocken zusammen. Ein älterer Mann hat seine ganz eigene Methode gefunden, um den Lärm abzuschirmen: Ihm hängen lange Taschentuchfetzen aus den Ohren.

Fetzen liegen auch genug auf der Wiese. Mit jedem Knall spucken die Kanonen eine meterlange Rauchwolke aus. Kleine Papierreste fliegen durch die Luft, segeln dampfend zu Boden. Es riecht verbrannt, ein bisschen wie in der Silvesternacht. Wieder nähert sich ein "Böllerkopp" mit der glühenden Lunte seiner Kanone. Die Ladung explodiert, durch den Rückschlag rollt das schwere Eisengeschoss um fast fünf Meter nach hinten. Die Zuschauer klatschen.

Dann ist die erste Böller-Serie ist vorrüber. Sofort kümmern sich die Kanoniere wieder um ihre leergeschossenen Rohre. Nachladen. Stefan Kleinhans von den "Historischen Kanonieren" des Schützenvereins Ossendorf füllt mit einer langen Schaufel neues Schwarzpulver in das schwere, gegossene Monstrum.

Er trägt ein langes Gewand, mit blauen und roten Streifen. Wie in einem Kostümfilm. "Wir beziehen uns auf eine Schlacht, die 1760 bei uns im Ort stattgefunden hat", erklärt er. Auch seine Kumpane tragen die gleichen bunten Kleider. Ein geschwungener Hut komplettiert die Maskerade. "Das ist alles selbstgemacht - mit Hilfe unserer Frauen", erzählt er schmunzelnd.

Der kleine Marvin steht mittlerweile ein wenig abseits, verfolgt mit aufgerissenen Augen und zugehaltenen Ohren das laute Schauspiel. "Schade, dass ich nur mit einem kleinen Zündhütchen knallen darf", meint er. Und beobachtet die Großen ganz genau. Denn irgendwann, dann will er auch einmal ein "richtiger Kanonier" werden.Böllerschützentreffen.


29.09.2002    Von Dennis Jerchow

 

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Letzte Änderung : 28.11.05 16:33