Montag, 02. September 2002
Lautstarke Schlacht um den Mäuseturm

Obermarsberg. (ad) Die Schlacht um den Mäuseturm ist erfolgreich geschlagen. Hier trafen sich die Waldecker Kanoniere in friedlicher Absicht zu ihren historischen Übungen und Wettkämpfen zum ersten Mal seit deren Bestehen auf westfälischem Boden.

23 Geschütze standen in Reih und Glied mit Mündung ins freie Feld. Beim Anschießen des Manövers stellte jede Gruppe erst einmal die Schießwucht ihrer Kanonen vor. Der erste Schuss war den historischen Schützen Obermarsberg als Ausrichter vorbehalten. Dann zündeten die Landauer ihre Vorderböllerkanone. Die Schützen aus Korbach waren mit zwei Salutkanonen dabei.

Die Schiffsgeschütze der Gummersbacher Kanoniere machten sich zwischen den gewaltigen Feldgeschützen eher mickerig aus. Die Gummersbacher gehören zwar nicht den Waldecker Kanonieren an, wollten sich das Spektakel rund um den Mäuseturm aber nicht entgehen lassen. Sie sind Mitglied im Modellkanonenverband und haben mit ihren Geschützen schon Meisterschaften gewonnen. Doch zum Manöver wird nicht scharf geschossen. Die Gummersbacher füttern ihre Kanonen mit einem Maisgemisch.

Drei Böllerschüsse in exakter Folge gaben die Wirminghauser ab. Ein Jungschütze der Geschützgruppe St. Johannis Adorf nickte dazu anerkennend mit dem Kopf. "Das war gut", sagte er. Und als eine Haubitze mit 224 Gramm Schwarzpulver gestopft und abgeschossen wurde, löste das bei den Pankratius-Böllerschützen Anröchte echten Respekt aus.

Während die Zuschauer genüsslich am naturtrüben Spezialbier nippten oder sich von der Atmosphäre des Lagerlebens mit Schwedenfeuer tragen ließen, maßen die Kanoniere ihre Kräfte beim Armbrustschießen, Axtwerfen, Reiterkampf oder beim Steinheben.

"Was hier abgeht, hat es bei unseren Manövern noch nie gegeben," lobte Egon Eirund, Vorsitzender der Waldecker Kanoniere die Veranstaltung. Und Bürgermeister Reinhard Schandelle freute sich, dass auf historischem Boden Tradition gepflegt und aufrechterhalten werde. Unter den vielen Besuchern befanden sich auch stv. Landrat Hubert Kleff und stv. Kreisschützenoberst Theo Schröder.

01.09.2002